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† Linus Feistenauer

Am 18. Oktober 2019 ist unser Schauspielerkollege Linus Feistenauer gestorben.

Es fühlt sich an, als wäre es erst gestern gewesen, dass wir ausgelassen, fröhlich und lange die letzte Premiere in Fußach gefeiert haben. Und nun die Nachricht von seinem Tod. Ein Blitz aus heiterem Himmel.

Linus ist 1992 zur Fußacher Theatergruppe gestoßen und stand im selben Jahr auch das erste Mal auf der Bühne in der Mehrzweckhalle. Ein großes Glück für die Theatergruppe und für alle Theaterbesucher. Mit welch knorrigem Humor und welcher verblüffenden Ernsthaftigkeit hat er doch seine erste Rolle gespielt! Und wie oft hat er in den folgenden Jahren sein Publikum zum Lachen und manchmal zum Weinen gebracht. Ein toller Schauspieler – da waren sich alle einig! Einer, auf den man sich verlassen kann, eine Säule des Ensembles. Ob in unbeschwerten Komödien oder in ernsthaften Stücken, immer durfte sein Publikum tolle Leistungen von ihm erleben: markant, witzig, eigenwillig. Vor allem in den ernsten Rollen ist Linus ganz aufgegangen. Wie zart und fürsorglich hat er als Hans in „Kein Platz für Idioten“ seinen behinderten Zögling an der Hand genommen und ihn beschützt – „Kumm Mändle, musch kua Angscht ha!“ – das wird wohl keiner von uns vergessen. Wie dramatisch und überzeugend er in „Die Bergbahn“ den Bühnentod gestorben ist – das hat allen eine Gänsehaut beschert. Damals waren wir begeistert. Aber damals war es ja auch gespielt und wir durften applaudieren nachdem der Vorhang gefallen war… Jetzt hat die Nachricht von seinem jähen Tod uns aus allen Himmeln fallen lassen.

Nicht nur auf der Bühne war Linus eine Bereicherung für die Theatergruppe. Sein handwerkliches Können und Geschick war bei jedem Bühnenaufbau eine wesentliche Hilfe; seine Erfahrung in der Veranstaltungstechnik für uns alle von großem Wert. Er war nie um Ideen und Lösungen verlegen, sein Optimismus hat auch in anstrengenden Situationen alle Probleme relativiert – „des würd etzga scho go, etz luagand mir ma halt amol…“. Seine Hilfsbereitschaft wurde von allen Vereinsmitgliedern sehr geschätzt; seine Liebe für Kaffee und Kuchen nach getaner Arbeit auf der Bühne haben alle gekannt; auf die Anekdoten aus seinem Berufs- und Vereinsleben haben sich immer wieder alle gefreut.

Neben allem Spaß hat Linus die Schauspielerei sehr ernst genommen. An der Gestaltung seiner Rollen hat er bis zur Premiere hin korrigiert und gefeilt – mit Marianne hat er ja auch immer eine unbestechliche Beobachterin gehabt. Und sie hat mit scharfem Auge sein Spiel überwacht. Was für ein gutes Team sie gewesen sind. Später hat er seine Frau liebevoll gecoacht, als sie erstmals in Fußach auf der Bühne stand.

Linus wird uns ganz furchtbar fehlen. Noch kennen wir das Ausmaß unserer Trauer nicht. Aus allen Himmeln sind wir gefallen! In diese müssen wir ihn jetzt ziehen lassen.

Augustin Jagg

Bregenz, Oktober 2019

 

 

Uukrut“, „Die Bergbahn“
„Bezahlt wird nicht“
„Stinkwuat“
„Servus Opa, sagte ich leise“
„Der Zimmerheld“
„Letzter Wille“
„Hurra, ein Junge!“
„Katzenzungen“
„…um Kopf und Kragen“
„Frühstück für alle“
„Gschäftlemacher“
„Eine Liebe im Herbst“
„Straße der Masken“
„Wirst du mich auch morgen früh noch lieben?“
„Pension Schöller“
„Kein Platz für Idioten“
„Hexenschuss oder Der Bandscheibenvorfall“
„Ein seltsames Paar“
„Die Million auf dem Balkon“